History

Die Schweizerische Gesellschaft für Tropenmedizin und Parasitologie -
Ein kurzer historischer Abriss 

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Die Geschichter der SGTP von ihren Anfängen bis ins Jahr 1998 war von Dr. med. C. Sigg-Farner aufgearbeitet worden. Der Vorstand dankt ihr auch an dieser Stelle herzlich für die geleistete grosse Arbeit. Die aktuellen Daten werden vom Sekretär der Gesellschaft laufend ergänzt.

Die ersten 50 Jahre (1934 - 1984)

Bereits im letzten Jahrhundert arbeiteten einige Schweizer Ärzte in den Tropen (siehe Basler Afrika-Bibliographien), andere Schweizer Ärzte waren beteiligt an der Entdeckung von Infektionserregern (Yersin).
1930: Von total 3388 Ärzten in der Schweiz arbeiteten 73 im Ausland, davon 18 in Afrika, 5 in Mittel- und Südamerika und 9 in Asien.
1934: Einführung der Spezialarzttitel in der Schweiz, unter anderem auch desjenigen für Tropenkrankheiten. Publikation der ersten Liste der frei praktizierenden Spezialisten im Schweizerischen Medizinischen Jahrbuch, darunter 9 Tropenärzte:
Dres. Feitis, Fol, Imhof, Inhelder, Müller, Stalder, Séchehaye, und insbesondere M. Lauterburg-Bonjour (1925-1930 Lambarene, 1930-1978 Tropenarzt und praktizierender Arzt in Bern), H. Stoller (1918-1930 Sumatra, 1931-1991 Tropenarzt und Homöopath in Zürich).

4.12.1943: Gründung der Schweizerischen Gesellschaft für Tropenmedizin.
Ziel der Gesellschaft: Förderung von Zusammenarbeit, Weiterbildung und Forschung im Bereich der Tropenmedizin.
Leider sind heute keine genauen Angaben über Gründungsmitglieder, Statuten, erste Präsidentschaft und Vorstandsmitglieder mehr verfügbar.
9.12.1943: Gründung des Schweizerischen Tropeninstitutes in Basel
Leitung: Prof. G. Geigy; Anfänge von Forschung und Lehre auf dem Gebiet der Tropenmedizin in der Schweiz; Aktivitäten, die bis heute weitergeführt und ergänzt werden durch praktische Tätigkeit (Tropenmedizinische Poliklinik, Auskunftsdienst, etc.).
1953: Erlass des ersten Reglementes zur Erlangung des Spezialarzttitels für Tropenkrankheiten.
1954 - 1966: Präsidium Dr. med. M. Lauterburg.
Aktivierung der Gesellschaft (Statuten: 1954) unter dem Präsidium von M. Lauterburg. Themen an den Jahresversammlungen: Tropentauglichkeit, tropenmedizinische Probleme bei der Eröffnung der Fernoststrecke (Swissairstrecke nach Bangkok!), Eradication du Paludisme en Afrique Centrale (Prof. Bruce-Chwatt), therapeutische Probleme (Lampren, Ambilhar, Enterovioform, Entobex, Mexaform). 1957 zählte die Gesellschaft 19 Mitglieder und 12 zugewandte Orte (darunter 9 FMH-Träger). Erste Internationale Kontakte und Kongresse (z.B. Lissabon).
1963: Erste Revision des Reglements zur Erlangung des Spezialarzttitels für Tropenkrankheiten. Neben dem bereits früher geforderten Besuch eines Tropenkurses und der praktischen Tätigkeit in den Tropen ist neu die Kombination des FMH-Titels für Trpopenkrankheiten mit drei weiteren FMH-Titeln zugelassen (Allgemeine Medizin, Innere Medizin und Pädiatrie).

1965: Umwandlung der Gesellschaft für Tropenmedizin in die Gesellschaft für Tropenmedizin und Parasitologie.
Auf Antrag von Professor Baer (Neuenburg) wird die Gesellschaft auch für Parasitologen geöffnet. 64 neue Mitglieder konnten aufgenommen werden.
1966 - 1982: Präsidium Dr. med. H.E. Meyer.
Unter dem Präsidenten Dr. H.E. Meyer und dem Sekretär Prof. M. Fernex grosse Zunahme der Mitgliederzahl, interessante Jahresversammlungen und regelmässige Zusammenkünfte mit der Deutschen und Österreichischen Gesellschaft für Tropenmedizin.
1976: Weitere Revision des FMH-Reglementes.
Gefordert wird eine fünfjährige Ausbildung (zweijährige praktische Tätigkeit in der Schweiz und dreijährige Tätigkeit in den Tropen inklusive Tropenkurs).
1982-1984: Präsidium von Dr. med. P.A. Bühr
Die Gesellschaft zählt 238 Mitglieder, davon 158 Ärzte (25 FMH-Träger).

14.4.1983: Gründung der Spezialistengesellschaft der Tropenmediziner FMH.
Auf Anraten der FMH wird vor allem aus standespolitischen Gründen die Schweizerische Spezialistengesellschaft der Tropenmediziner FMH gegründet; erster Präsident Dr. med. Elmar Heimgartner.
Aufgaben dieser Fachgesellschaft:
 
Die Fachgesellschaft für Tropenmedizin seit 1983-1999
1983-1986 Präsidium Dr. med. Elmar Heimgartner (Gründungspräsident)
1986-1989 Präsidium Dr. med. Pierre André Bühr
1989-1992 Präsidium Dr. med. Claudia Sigg-Farner
1992-1998 Präsidium Dr. med. Christoph Hatz
seit 1998 Präsidium Dr. med. Kurt Markwalder
Die Spezialistengesellschaft für Tropenkrankheiten hat Einsitz in der Ärztekammer, in der Präsidentenkonferenz der FMH sowie in der KWFB (Kommission für Weiter- und Fortbildung der FMH). Das FMH-Reglement zur Erlangung des FMH-Titels für Tropenkrankheiten wird 1983 und 1992 revidiert. 1998 werden auch die Statuten der Spezialistengesellschaft revidiert. In Anpassung an die neue Weiter- und Fortbildungsordnung der FMH entsteht aus der Spezialistengesellschaft für Tropenkrankheiten die Fachgesellschaft für Tropenmedizin.
Neben der Standespolitik bildet die praxisnahe Fortbildung einen Schwerpunkt dieser Gesellschaft. Sie führt mehrmals jährlich halbtägige, gut besuchte, praxisnahe Fortbildungskurse durch. Wichtige Themen waren bisher die Malaria (300 - 400 gemeldete importierte Malariafälle pro Jahr in der Schweiz) und die Reisemedizin. Letztere hat in den letzten 20 Jahren wegen der Reisefreudigkeit der Schweizer an Bedeutung zugenommen. Neu hinzugekommen sind in den letzten Jahren auch Probleme der Migrationsmedizin.
Die Arbeitsgruppe für Reisemedizinische Beratung gibt regelmässig Richtlinien zur Malariaprophylaxe und zu Impfungen heraus, die im BAG-Bulletin publiziert werden. Importierte Tropenkrankheiten (z. B. Dengue-Fieber, Schistosomiasis, etc.) werden vermehrt registriert.
Schweizer Ärzte sind für kürzere oder längerfristige Einsätze in den Tropen tätig (Rotes Kreuz, IKRK, Katastrophenhilfekorps, UNO-Missionen, Basler Mission, SolidarMed, Helvetas, etc.).
1998 zählte die Fachgesellschaft für Tropenmedizin 83 Mitglieder, 54 ordentliche Mitglieder (FMH-Träger) und 29 ausserordentliche Mitglieder.
 
Die Schweizerische Gesellschaft für Tropenmedizin und Parasitologie ab 1984
Ende 2003 zählt die Gesellschaft 348 Mitglieder.
PräsidentInnen der SGTP
1985-1987   Dr. ès. sc. E. Hess
1988-1990   Dr. med. Kurt Markwalder
1991-1993   Dr. phil. Bruno Gottstein
1994-1996   Dr. med. Louis Loutan
1997   Dr. phil. Lise Gern
1998   Dr. med. Dieter Stürchler
1999-2001   Dr. phil Dirk Dobbelaere
2002-   Dr. phil Andrew Hemphill
Jahrestagungen der SGTP
vor 1991  
  • Parasitäre Erkrankungen bei Immundefizienz
  • Toxoplasmose
  • Prävention von Reisekrankheiten
  • Gesundheitssysteme und Epidemiologie von Krankheiten im Entwicklungsland
 
1991   Parasitosen des ZNS (Lausanne, 21.-23.11.1991)  
1992   Parasitosen der Haut (Ascona, 5.-7.11.1992)  
1993   Gemeinsame Tagung der SGTP, der ÖGTP (Österreichische Gesellschaft für Tropenmedizin und Parasitologie und der DTG (Deutsche Tropenmedizinische Gesellschaft) (Konstanz, 30.9.1993)  
1994   Zoonosen (Leysin, 20.-22.10.1994)  
1995   Von der Imunologie zur Impfung (Sarnen, 9.-11.11.1995)  
1996   Parasitologie und Tropenmedizin im Umbruch (Neuchâtel, 31.10.-2.11.1996)  
1997   Eintägiger Kurzkongress (14.11.1997, Bern)  
1998   Vector borne infections: From molecular biology to control (1998, Zofingen)  
1999   Drug Resistance and New Therapeutic Concepts (1999, Solothurn)  
2000   Host-Pathogen Interactions: Protection or Pathology (2000, Fribourg)  
2001   Challenges in Tropical Medicine and Parasitology (2001, Pontresina, gemeinsam mit der Italienischen Gesellschaft für Parasitologie, der Schweizerische Fachgesellschaft für Tropenmedizin FMH) und mit Beteiligung der SIMET (Italienische Gesellschaft für Tropenmedizin)  
2002   From Transmission to Disease (2002, Bern)  
2003   Gemeinsames Meeting der Schweizerischen Gesellschaften für Mikrobiologie, Infektiologie, Tropenmedizin und Parasitologie (2003, Basel)  
2004   Gemeinsames Jahrestagung der SGTP mit der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit in Würzburg (23.-25.9.2004)  

Wichtige Ereignisse

29.11.1984: Statutenrevision der Schweizerischen Gesellschaft für Tropenmedizin und Parasitologie mit Amtszeitbeschränkung und Alternieren des Präsidiums zwischen einem Humanmediziner und Nicht- Humanmediziner (Zoologen, Parasitologen oder Veterinärmediziner)

1997: Eine sehr schwer verlaufene Erkrankung des Sekretärs und gesundheitliche Probleme der Präsidentin machen dieses Jahr für die Gesellschaft zu einem sehr problematischen Jahr. Es wird nur ein eintägiger Kurzkongress (Bern) mit anschliessender Generalversammlung abgehalten. Die Präsidentin demissioniert aus gesundheitlichen Gründen im Januar 1998

1998: Nach dem Rücktritt der Präsidentin übernimmt Vizepräsident Dr. med. D. Stürchler die Führung der Geschäfte.
Statutenrevision, ohne die grundlegenden Ziele der Gesellschaft zu verändern; Ausarbeitung von kurzen Regelementen für Delegierte und Kommissionen; Neu- bzw. Bestätigungswahlen von Präsident, Vizepräsident, Sekretär, Kommisionsmitglieder, Delegierte; Gründung einer Parasitologiekommission; erster Internetauftritt der Gesellschaft.
Die Gesellschaft zählt 317 ordentliche Mitglieder (davon 15 Ehrenmitglieder)

2000: Die SGTP organisiert das erste DoktorandInnenmeerting im Schloss Münchenwiler. Das Meeting ist für alle DoktorandInnen der Tropenmedizin oder Parasitologie offen (Med. Vet.-med., PhD). Ausser zwei Moderatoren sind keine 'Seniors' bzw. Arbeitsgruppenleiter zugelassen. Die StudentInnen bestimmen den Ablauf des Meetings selbst. Das Meeting stösst auf ein sehr positives Echo und soll in Zukunft regelmässig durchgeführt werden

2001: SITaP 1: Erste gemeinsame Jahrestagung von SGTP, SOIPA (Italienische Gesellschaft für Parasitologie) und SSTM-FMH (Schweizerische Fachgesellschaft für Tropenmedizin FMH), mit Beteiligung der SIMET (Italienische Gesellschaft für Tropenmedizin) bei prächtigstem Herbstwetter im Kongresszentrum Rondo in Pontresina

2003: Grosses gemeinsames Meeting der drei Schweizerischen Gesellschaften für Mikrobiologie, Infektiologie, Tropenmedizin und Parasitologie im Kongresszentrum Messe Basel. Sehr positives Echo von allen Seiten. Gemeinsame Meetings sollen in Zukunft wieder durchgeführt werden.
Einführung und erste Verleihung des SGTP-Forschungspreises für junge Forscherinnen und Forscher. Der Preis ist als Nachwuchsförderung gedacht und soll jedes Jahr eine ausgezeichnete Arbeit aus den Gebeiten Tropenmedizin und/oder Parasitologie auszeichnen.
Die SGTP registriert ihre eigene Domain und tritt im Internet neu unter der Adresse: http://www.sstmp.ch auf. Die SANW fungiert als Provider

2004: Gemeinsames Jahrestagung der SGTP mit der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit in Würzburg (23.-25.9.2004). Die Generalversammlung findet am 22. April 2004 in Bern im Anschluss an eine Fortbildung der Fachgesellschaft für Tropenmedizin FMH statt